Zum Ende der Gruppenphase der Aufstiegsrunde zur 2. Handball Bundesliga und gleichzeitig der Englischen Woche gewann Drittligist VfL Pfullingen beim TV Willstätt mit 34:32 (13:17).



Die Vorzeichen waren klar: Willstätt, das in der Runde mit mehreren Ausfällen zu kämpfen hatte, konnte sich nicht mehr auf einen Rang, der für die Zwischenrunde gereicht hätte, schieben. Anders der VfL: angereist als Tabellenzweiter wäre mit einem Sieg dieser Platz gesichert, bei einer Niederlage wäre das Weiterkommen zwar gesichert gewesen, man hätte jedoch den Spielausgang der Partien vom Sonntag abwarten müssen. 55 Minuten lang sah es so aus, als ob man im Pfullinger Lager eben darauf warten müsse, ehe Torhüter Simon Tölke seine Farben erstmals seit der ersten Spielminute wieder in Führung brachte. Am Ende siegten die Schwaben mit 34:32 (17:13).

In der ersten Hälfte zeichneten sich auf beiden Seiten zunächst die Torhüter aus, wobei der TV Willstätt dennoch im Angriff etwas effektiver war, sich einen Vorsprung von bis zu drei Toren erarbeiten konnte. Beim VfL wusste man sehr wohl, um was es geht und zeigte wieder viel Herz. In manch einer Situation vielleicht sogar etwas zu viel, denn es wurde mehrfach überhastet abgeschlossen. So konnte sich die Heimmannschaft immer wieder absetzen. Nach dem 5:2 (7.) kam das Team von Trainer Daniel Brack dank mehrerer Paraden von Daniel Schlipphak und gut herausgespielten Toren zum zwischenzeitlichen 5:5 (9.). In der Folge legte das Willstätt, das auf seine verletzten Spielmacher und früheren VfL-Spieler Daniel Schliedermann verzichten musste, wieder auf 8:5 (13.) vor. Dennoch blieb der VfL zunächst dran, auch wenn TVW-Keeper Josip Kvesic zahlreiche Paraden zeigte. Bis zum 12:11 durch Christian Jabot in der 23. Minute blieb der VfL auf Schlagdistanz. Danach gelang dem Team aus dem Echaztal sechs Minuten lang kein erfolgreicher Abschluss, so konnten die Gastgeber auf 17:11 davonziehen. Bis zur Pause korrigierte der VfL den Spielstand durch Treffer von Lukas Fischer und Marc Breckel noch auf 17:13.

In der zweiten Halbzeit lief der VfL weiter dem Rückstand hinterher, schloss mehrfach auf (23:22/42. und 27:25 (50.), die Gastgeber aus Südbaden erarbeiteten sich jedoch immer wieder eine klare Führung. Mit einer 29:25- Führung für Willstätt ging es in die letzten zehn Minuten der Partie. Beim VfL war zur zweiten Halbzeit Simon Tölke ins Tor gekommen, der sich sogleich mehrfach auszeichnen konnte und seine Farben im Spiel hielt.

Nachdem Alexander Velz in der 54. Minute seine dritte Zeitstrafe erhielt, damit disqualifiziert wurde, folgte ein Bruch im Abwehrspiel des TVW. Gleichzeitig stellte Brack den VfL auf eine 5:1-Abwehr um, brachte mit Manuel Bauer und Philipp Mager frische Spieler. Ein 4:0-Lauf mit Toren von Florian Möck, Mager, Bauer und Jabot brachten den Ausgleich, ehe Tölke mit einem Wurf über die gesamte Spielfläche schließlich das 30:29 für den VfL erzielte, einen 5:0-Lauf daraus machte. Danach erzielte Willstätt nochmal den Ausgleich, zwei Treffer durch Möck und Fischer brachten dem VfL eine zwei Tore Führung ein (32:30/58.). Diese wurde bis zum Schluss verteidigt. So siegten die Echazkrokodile mit 34:32.

 

Die Tabellensituation:

Der Platz an der Sonne ist dem HC Oppenweiler/Backnang seit dessen Sieg am Vatertag nicht mehr zu nehmen. Der VfL sicherte sich mit dem Auswärtssieg den zweiten Platz. 

Wer an den kommenden beiden Wochenenden der Gegner sein wird, ist noch nicht zu 100 % sicher. Sehr wahrscheinlich wird es der frühere Erstligist HC Empor Rostock, Ein Duell gegen den 1. VfL Potsdam oder den TuS Vinnhorst aus Hannover liegt je nach Spielausgang aber auch noch im Bereich des Möglichen. (sg)

 

Stimmen zum Spiel:

VfL-Trainer Daniel Brack sagte nach der Partie: „wir haben nicht die Leistung abgerufen, die wir in den Vorwochen zeigen konnten, waren auf Willstätt gut vorbereitet, dennoch kamen diese immer über ähnliche Aktionen zum Abschluss – mit der Folge, dass wir zur Pause höher zurück liegen können hätten“.

In der zweiten Hälfte erfolgte dann die Umstellung auf Philipp Mager und Manuel Bauer und in der Abwehr auf 5:1. Zudem haben wir in der Schlussphase die Überzahlsituation 3:0 für uns entschieden – das führte letztendlich zum Kippen des Spiels und am Ende zum Sieg“.

Daniel Schliedermann (der Spielmacher des TV Willstätt trainierte nach überstandener Quarantäne am Freitag Würfe und knickte unglücklich um, war daher am Samstag nicht dabei): „Es wäre mehr drin gewesen – wir haben einfach zwei Tore zu wenig gemacht. Auch in der ganzen Aufstiegsrunde lief einiges unglücklich für uns, so waren immer wieder Spieler angeschlagen“. Zuletzt fiel neben dem Spielmacher auch Trainer Ole Andersen aus.

 TV Willstätt – VfL Pfullingen 32:34 (17:13)

VfL Pfullingen: Simon Tölke 1, Daniel Schlipphak – Alexander Schmid, Marc Breckel 5, Robin Keupp, Frieder Nothdurft, Niklas Roth 2, Paul Prinz 1, Philipp Mager 2, Christian Jabot 8, Mathis Roth, Florian Möck 5, Lukas Fischer 7/3, Lukas List 2, Manuel Bauer 1.

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